Diskussionen im Forum wurden immer weniger, daher wurde das Forum nach Ankündigung Ende Juni 2017 geschlossen. Es ist das Ende einer über 15-jährigen mennonitischen Institution. Das »täuferisch-mennonitisches Forum« ein Projekt von Mennoniten aus Deutschland und der Schweiz.
Vielleicht hat der eine oder andere im Jahr 2017 in Regensburg am „Mennonitischer Gemeindetag“ der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG), am Workshop „Längste Zeit die Stillen im Lande. Medienarbeit in Print, Internet, Facebook und Co“ teilgenommen. Der Workshop beschrieb sich: „Ob mennonitische Gemeinde, russlanddeutsche Kirche oder plattdeutsche Community – wir sind Minderheit. Seit Jahrhunderten werden die immergleichen veralteten Klischees über uns verbreitet. Aber die Stereotype werden bleiben, solange wir nicht gegensteuern oder sie zu unserem Vorteil umkehren. Wie können wir uns besser Gehör verschaffen, die sozialen Medien optimaler nutzen, uns entsprechend unserem Selbstbild darstellen, aber gleichzeitig auf Menschen einladend wirken?“.
Das »täuferisch-mennonitischen Forum« stand über all die Jahre als einladende Plattform im Netz, leider haben sich zuletzt kaum noch Mennoniten an Diskussionen im Forum beteiligt. Das Forum war eine Stimme für Frieden, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Versöhnung. Es hatte den Anspruch, dazu beizutragen, jede Trennung durch Nationalität, ethnischen Hintergrund, Klasse, Geschlecht und Sprache zu überwinden. Das Forum trug die Botschaft hinaus, daß wir Sorge für die Schöpfung tragen und in dieser Welt leben wollen, ohne uns von den Mächten des Bösen bestimmen zu lassen.
Als Nachfolgerinnen und Nachfolger in der Tradition der ersten Jüdinnen und Juden, die davon überzeugt waren, daß nun auch Menschen aus den Völkern dazugehören können, verstehen wir uns als Hinzugekommenen. Wir sind gemeinsam mit vielen anderen auch Volk Gottes. Deshalb erzählen wir von Gottes Gnade, weil Gott* sagt: Wir gehören auch dazu, er vertraut auch uns. Jesus Christus, auf dem der Geist Gottes ruht, hat auch uns den Zugang geöffnet – wenn auch in anderer Weise – zum hebräischen Humanismus, zu den hebräischen Schriften und zu dem einen Gott*, dem Gott* Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Israel als sein Volk unverbrüchlich gerufen hat. So sind wir auch mit dem heutigen rabbinischen Judentum aufs tiefste verbunden – in aller Verschiedenheit. Der jüdische Messias Jesus zeigte uns, die wir aus den Völkern kommen, schon in seiner Zeit, wie das Ringen um ein gottgefälliges Leben, indem er auf Gott* weist, aussieht. Deshalb hat es für uns Sinn, ihm mit dem Leben nachzufolgen; denn er bringt uns gewaltfreies, menschenwürdiges Handeln als Ausdruck der Gottesbeziehung nahe.
Es wurde im Text bewußt auf das Wort „Liebe“ verzichtet, weil Gerechtigkeit und Gewaltfreiheit den Sinn verständlicher zum Ausdruck bringen – sie bilden Voraussetzung für jene Haltung, die mit dem Begriff „Agape“ gemeint ist: diese bedingt. Als solche verweisen sie jedoch nicht auf relativierbare menschliche Ideale, sondern sind Ausdruck eines Rufes Gottes, der sich menschlicher Kalkulation entzieht und gerade darin seine Verbindlichkeit gewinnt.
Das Täuferisch-mennonitisches Forum war über die Domain www.mennoniten-forum.de erreichbar, das Portal über die Domain www.mennoforum.net.
Wir bedanken uns bei allen, die sich aktiv im Forum einbrachten