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Warum empfinden wir Scham angesichts der Nacktheit?

    • Warum empfinden wir Scham angesichts der Nacktheit?

      Hallo,

      warum empfinden wir Scham, wenn wir - zumindest von Fremden - nackt gesehen werden?
      Ursprünglich dürfte es nicht nur mit dem unbekleideten Körper ansich zusammenhängen, sondern mit dessen Wahrnehmung.
      Mit meiner Meinung halte ich mich noch ein wenig zurück, da mich interessiert, wie ihr das seht.

      Euer Petrus
      carpe diem - Nutze den Tag
    • Iring schrieb:

      1. Ich habe keine Badehose.

      2. Warum sollte ich mich vor einem Arzt Schämen.

      Ich habe zwar eine Badehose, genaugenommen Badeshorts, aber wer einmal die Erfahrung gemacht hat, im Meer oder einem See nackt zu schwimmen, der möchte keine Badehose mehr tragen.
      Leider ist es so, dass es immer noch Christen- oft leider Freikirchler, gibt, die meinen, der unbekleidete Körper sei unsittlich oder so, dabei ist es unser Einstellung, die verkehrt ist, denn leider sehen wir im nackten Menschen zu oft nicht mehr den Menschen in seiner Ganzheit, sondern den Menschen als sexuelles Subjekt.
      carpe diem - Nutze den Tag
    • Petrus schrieb:

      warum empfinden wir Scham, wenn wir - zumindest von Fremden - nackt gesehen werden?
      Wieso "wir"? Jeder geht anders mit körperlicher Nacktheit um. Erziehung und Umfeld spielen mit eine Rolle. Kleidung bietet Schutz und Wohlbehagen. Am FKK Strand ist unbekleidetes verweilen in Gesellschaft angebracht. Aber im täglichen Umgang hat sich die Gesellschaft auf Bekleidung festgelegt.
    • Bodiro schrieb:

      Petrus schrieb:

      warum empfinden wir Scham, wenn wir - zumindest von Fremden - nackt gesehen werden?
      Erziehung und Umfeld spielen mit eine Rolle. Kleidung bietet Schutz und Wohlbehagen. Am FKK Strand ist unbekleidetes verweilen in Gesellschaft angebracht. Aber im täglichen Umgang hat sich die Gesellschaft auf Bekleidung festgelegt.
      So sehe ich es auch, darüberhinaus ist es so, dass leider viele Menschen anderen Zeitgenossen eben nicht erst ins Gesicht schauen würden, wenn sie ihnen nackt begegnen würden-weil der Mensch leider mittlerweile ander Menschen sehr stark nach ihrem Äusseren beurteilt.
      Mir hat sogar einmal ein Freikirchler gesagt, es sei sündig, in eine gemischte Sauna zu gehen-was ich garnicht nachvollziehen konnte.
      carpe diem - Nutze den Tag
    • Als den Mennonite nahestehender bekenneder Freikirchlicher darf ich meine jahrzehjntelange Überlegung und Erfahrung kurz vorlegen :

      1. Sie haben gegen ein Gebot Gottes verstossen - und reden sich auf ihre Nacktheit aus.
      2. Sie eind auf einmal ihrer Verletzlichkeit bewusst ( hochsensible Körperareale ! Dornen und Disteln !)

      3. Bis zur Zeit der Makkaböer ga b es in Israel da keine Gelegenheiten, keine Strandbadeorte; dann waren die Jungs auf einmal lieber nackt in der Arena - und man sah ihr Beschnittensein.
      Hilfe dagegen, gleichzeitig Absage an das Judentum : Die kosmetische Operation Epispasmos.

      4. Tertullian betont im "Apologeticum" die Teilnahme an Handel, Ackerbau, Schiffahrt - - und Besuch der Balneae - der römischne Bäder. Zirkus und Saturnalien lehnt er für Christen ab.

      Lassen wir die ganze Geschichte, nur abgekürzt : Das bügerliche Zeitalter brachte auf einmal die "Tabus" : "Wie schaust denn Du aus !? So ein grosser Bub / grosses Mädchen !! Schämst Dich garnicht ! Schon der Anblick der weiblichen Brust, besonders der Brustwarzen, war katastrophenbelegt : wennn Du siehst - sehen lässt - so stüzt der Himmel ein, die Fluten kommen über dich der Abyssus öffnet sich - -

      Nur gab es bis in das 15. Jahrhundert die "Maria lactans" - die bruststillende Maria - in Bild und Skulptur. Vor ein paar Jahren dazu eine Ausstellung im Wiener Diözesanmuseum. Noch 1970 hätte man über alle die Darstellungen Censor Bars gepickt.

      Lauter Vorstellungen, welche überhaupt keine Rolle spielten, als die Habsburgerin Marie Antoinette, 14 - jährig, dem Dauphin verheiratet wurde : Sie wurde im Angesicht dieser und jener Höflinge splitternackt ausgezpogen ujd dann bis zum letzten Faden rein französisch eingekleidet. Das war Demütigung; aber wer kümmerte sich schon um eine Schachfigur im Spiel der Reiche und ihr Gfeühl des Ausgeliefertseis."

      Bis 1980 galten der Blick auf (weibliche) Brust, besonders die Mamillen, und natürlich auf die Genitalien als jugendgefährdend und interessierten Jugendwohlfahrt, Erziehungsautoritäten, Polizei, Justiz. - - -als "jugendgefährdend", komischerweise nicht, wenn ein Missionar Dias aus Afrika zeigte (Pater Gusinde, Ernst Kotz).

      Es hat sich nichts an den vielen Befürchtungen bewahrheitet.

      Ich schäme mich - wohl eine gute menschliche Eigenschaft : über ein Wort das ich vor sechzig Jahren zu einem Mädchen gesagt habe; über unpaassende Kleidung (underdressed) bei einem Begräbnis, über geheime Gedanken und Begierden - - aber nicht, gemeinsam mit meiner Frau seit fünfzig Jahren nackt in der "öffentlichen" Sauna.

      Der Mensch - der Teen als "Idealgestalt" und der alte als Bild dessen, wie wir alle zum Lebensende hin sein werden, hat seine Würde in Christus. Diese Würde ist zu bewahren, bei Bekleidung und Enkleidung. Verführerisch - durchaus im Sinne von Matth. 5, 28 - sehe ich schojn die Stimme der (geschulten) Telefonistin im Cllcenter bei meinem Anruf an die Service - Zentrale.
    • Hallo Freunde!

      Ich glaube es ist ein natürliches und gesundes Empfinden wenn wir uns bei Nacktheit vor anderen schämen.
      Wenn man die biblische Erzählung vom Sündenfall liest gewinnt man tatsächlich den Eindruck das die Scham
      bei Nacktheit eine Folge der Sünde ist. Das wird auch so sein. Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen
      das wir einmal auf der neuen Erde alle unbekleidet sein werden.
      Der Himmel ein Fkk-gelände?
      Ein nackter Gott mit nackten Engeln vor nackten Menschen?
      uaaaahhh ;(