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MCC USA: Zuwanderer und Flüchtlinge als Nachbarn und Nächste willkommen heißen

    • MCC USA: Zuwanderer und Flüchtlinge als Nachbarn und Nächste willkommen heißen

      auf >Mennonews< wurde geschrieben:

      MCC – Das MCC USA (Mennonitisches Zentralkomitee/Mennonite Central Committee USA) beklagt die von US-Präsident Trump in Kraft gesetzten Dekrete zum Grenzschutz und die noch erwarteten Dekrete zur Aufnahme von Flüchtlingen. Bei diesen Maßnahmen werden Zuwanderer und Flüchtlinge als Verbrecher und Bedrohung dargestellt, statt in ihnen Gottes geliebte Kinder zu sehen.

      In unserer Gesellschaft ist die Ablehnung des Zuwanderers – des „Anderen“ – noch immer weit verbreitet, sei es aus Angst, Unwissenheit, Rassismus oder Eigennutz. Wenn wir Mauern errichten und Flüchtlinge abweisen, dann verschließen wir uns der Aufforderung Jesu, für die Bedürftigen zu sorgen und den Fremden unter uns wie uns selbst zu lieben.

      Grenzmauern zu errichten zielt auf die Symptome und nicht die Ursachen von Migration ab. Solange Armut, fehlende Perspektiven und kriegerische Auseinandersetzungen die Menschen dazu treiben, in die USA zu kommen – und solange Chancen, Sicherheit und bereits anwesende Familienmitglieder einen Anreiz für die Zuwanderung bieten –, wird es auch Migration geben. Wenn die legalen Wege versperrt sind oder starken Einschränkungen unterliegen, wie das in den USA der Fall ist, werden die Menschen sich andere Wege suchen. Davon kann keine Mauer sie abhalten.

      Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, die in den Präsidialdekreten gefordert werden – darunter eine Erhöhung der Anzahl kommerziell betriebener Gefängnisse, die Wiedereinführung des umstrittenen Abschiebungsprogramms „Secure Communities“ und die Einstellung von tausenden zusätzlichen Beamten im Grenzschutz- und Einwanderungsbereich –, werden zu verstärkten Polizeikontrollen nach ethnischen Merkmalen, mehr auseinandergerissenen Familien und unnötigem Leid führen.

      Bedrückt nicht Witwen und Waisen, Fremdlinge und Arme, und sinnt nicht auf Arges widereinander in eurem Herzen!
      (Sacharja 7,10)

      Die Dekrete, mit denen sogenannte „Sanctuary Cities“ (Städte, die Zuwanderer ohne Papiere dulden) bestraft werden sollen, werden unsere Städte nicht sicherer machen. Im Gegenteil, viele Städte haben die Duldungspolitik gerade deshalb eingeführt, weil den Polizeikräften klar ist, dass eine Vermischung von örtlichen Polizeiaufgaben und Abschiebemaßnahmen die Sicherheit in der Stadt verringert, weil Zuwanderer es dann nicht wagen, Verbrechen bei der Polizei zu melden.

      Die von Präsident Trump vorgesehenen Maßnahmen gegen Flüchtlinge würden die Einreise von Personen aus bestimmten Ländern einschränken und das Programm der US-Bundesregierung zur Ansiedlung von Flüchtlingen praktisch einfrieren. Als täuferische Christen sind wir schon lange der Überzeugung, dass der Staat die Religionsfreiheit aller Menschen schützen muss, nicht nur die der Christen. Wir wenden uns nachdrücklich gegen jede Diskriminierung von Flüchtlingen, auch gegen Diskriminierung aufgrund von Religion oder Nationalität. Unsere Nation muss die Tür für alle Menschen offenhalten, die in Not sind und verfolgt werden.

      Das MCC wird auch weiterhin dringend benötigte Hilfen für Zuwanderer wie beispielsweise Unterstützung bei der Beschaffung von Papieren, Hilfe für asylsuchende Familien und Aufklärung von Betroffenen über ihre Rechte anbieten. Wir werden uns nach wie vor für eine gerechte und barmherzige Zuwanderungspolitik einsetzen, die im Einklang mit unseren Werten und den Weisungen Gottes steht.

      Wir möchten euch ermutigen, neue Möglichkeiten zu finden, Zuwanderer und Flüchtlinge in eurem Umfeld willkommen zu heißen, und eure Stimme zu diesen wichtigen Themen zu erheben, indem ihr an das Weiße Haus und an eure Kongressabgeordneten schreibt. Wir danken euch, dass ihr mit uns dem Ruf Christi folgt, Menschen willkommen zu heißen.

      Ron Byler, Exekutivdirektor von MCC USA (Foto: MCC)
      Übersetzung: cof

      Quelle: http://www.mennonews.de/archiv/2017/02/05/mcc-usa-zuwanderer-und-fluechtlinge-als-nachbarn-und-naechste-willkommen-heissen/
    • Da haben wir mal wieder ein schönes Freund-Feind-Schema geschaffen...Trump als der Böse, der den guten Menschen nur Böses will..

      Wollen wir mal einige Grundannahmen zurechtrücken:
      Ich ergänze mal, was absichtlich vergessen wird:
      ZITAT: "Bei diesen Maßnahmen werden Zuwanderer und Flüchtlinge als Verbrecher und Bedrohung dargestellt, statt in ihnen Gottes geliebte Kinder zu sehen."
      --> Man ist also kein Christ, wenn man Luegner als Verbrecher ansieht usw.? Hier wird vermischt, was nicht zusammengehört. Gott liebt den Sünder, aber nicht die Sünde....in dem Sinne gibt es unter Gottes geliebten Kindern Verbrecher, Lügner und auch liebe Menschen...alles eben. Allen gibt er eine Chance zur Umkehr....so liebt er sie, nicht aber wird gesagt, dass jemand grundsäzlich so etwas nicht ist, wenn er genau gegen die Gebote handelt.
      Außerdem dürfte man bei solche Argumentation keinerlei Gemeinderegeln haben, die dann auch mit Strafen durchgesetzt werden...weil man alles von allen annehmen müsste...nur, wenn Gemeinden strafen(sozial oder direkt durch Hinauswurf), haben sie vorher ihre Feindbilder definiert und benannt.

      ZITAT: "In unserer Gesellschaft ist die Ablehnung des Zuwanderers – des „Anderen“ – noch immer weit verbreitet, sei es aus Angst, Unwissenheit, Rassismus oder Eigennutz..."
      --> Also aus Erfahrung kann die Ablehnung nicht stammen? Es gibt also keine Berechtigung zur Ablehnung; weil man Schlechtes erlebte? Es gibt keine Menschen, die auch Böses selbst wollen? Und wieso "in unserer Gesellschaft", was ist anderen Gesellschaften, z.B. der naheliegensten, der islamischen, die ja geradezu öffentlich Aburteilungen trifft und dadurch ihre Lebensberechtigung zieht und keineswegs reflektiert?
      Sind dann Ängste nicht berechtigt, wenn nur aus einer angeblichen friedlichen Weltreligion Attentäter seit Jahren stammen? Also diese Pauschalierung mit gepaartem Allwissen: "So ist es bei uns, wir sind die Bösen....und müssen alles von außen zulassen!"...ist peinlich und verlogen.
      Ich glaube, viele Amerikaner verwahren sich gegen diese bösartige Eigenbeschuldigung und sind da viel reflektierter, indem sie sehen, was sichtbar ist...Besonders perfide wird es beim leichtfertigen Umgang, eine Ablehnung aus Eigennutz als grundsätzlich schlecht anzusehen...der Schutz der Heimat ist berechtigter Eigennutz, das Beibehalten einer Gesellschaft ohne tagtägliche Bombenangst usw. ist auch berechtigter Eigennutz.


      ZITAT: "Solange Armut, fehlende Perspektiven und kriegerische Auseinandersetzungen die Menschen dazu treiben, in die USA zu kommen – und solange Chancen, Sicherheit und bereits anwesende Familienmitglieder einen Anreiz für die Zuwanderung bieten –, wird es auch Migration geben. Wenn die legalen Wege versperrt sind oder starken Einschränkungen unterliegen, wie das in den USA der Fall ist, werden die Menschen sich andere Wege suchen. Davon kann keine Mauer sie abhalten."
      -->Und wozu führt diese Analyse? Soll die Antwort sein: Alle Mauern abreißen, lasst alle kommen, egal wie viele?
      Die Situationsbeschreibung ist zu allgemein, denn so verhält sich die Menschheitsgeschichte seit ihrem Anbeginn...Es gibt reich und arm. Überall gab es schon immer Krieg...Überall wanderte man....Man wehrte aber auch Wanderungen ab, denn viele Wanderungen führten zu Kriegen. Das beste Beispiel war die Völkerwanderung mit verheerenden Auswirkungen auf die römischen Zivilisationsleistungen.

      Warum werden denn andere Fragen nicht auch gestellt? Passen sie nicht in die eigene Ideologiestruktur, wie man die Welt zu sehen hat?
      Hat eine Gesellschaft nicht das Recht sich vor Eindringlingen zu schützen....? Muss eine reiche Gesellschaft der armeren etwas geben, wenn jene ihren erbärmlichen Zustand selbstverschuldet hat und nicht ausgebeutet wurde? Darf man auch ein klares Nein zu dem sagen, der faul herumlag, Hinweise nicht annahm, in seiner religiösen, das Denken verhindernden Ideologie verstrickt und nun arm blieb? Darf man sagen: Du haettest ja mal hören können, wir hatten alle die gleichen Chancen, aber du woltest ja keine gedankliche Freiheit zulassen und behindertest so den Fortschritt? Dein Nachbar ist wohlhabend geworden, du nicht...dann hast du nicht das Recht, bei ihm einzudringen, er hat dich nicht ausgeraubt! usw. usw.

      Darf jemand Reiches stolz auf seine Leistung sein oder hat er dem Faulen, die es real durchaus gibt (nur im linken Denkschema nicht: Nach jener Definition hier, gibt es keinerlei Faulheit und Ausnutzerei auf der Erde, nur die Reichen nutzen aus, es gibt kein Schnorrertum, sondern nur Benachteiligte....bisschen weltfern) Gibt es keinerlei Hausrecht im Großen als Staat, zu bestimmen, wer hinein darf? Sind die, die sich schützen wollen, die Verbrecher oder diejenigen, die sich zwanghaft Einlass verschaffen?
      Haben wir nun kein Recht mehr im Kleinen, auch ein Recht unsere Privatsphäre zu schützen, also konkret: Wer Einlass anderen größeren Gruppen gewähren will, egal, welche Mittel sie anwenden....wieso gewährt er sie denn nicht in seinem Eigenheim jedem, der kommt? Wieso lässt er die Haustür nicht offen, sondern versperrt sie? Der kleine Egoismus (My home ist my castle) soll also erlaubt sein, im Größeren darf eine Gesellschaft dann aber nicht zurecht entscheiden, wer rein darf und wer nicht?
      Die Diskussion in dieser Hinsicht ruft immer danach, es soll alles anderen erlaubt werden(die haben angeblich berechtigte Gründe), aber man selbst erlaubt sich genug Räume, wo niemand einfach so Einlass bekommen darf und soll und wird.

      Es finden auf der Erde nicht nur Wanderungen aus armen Gebieten statt in reichere, sondern dazu gehört auch: Es finden Wanderungen aus Gebieten statt, deren Bevölkerung rückständiges Denken favorisiert und sich selbst nicht befreien wollte und will, während um sie herum andere arme Gesellschaften durch Fleiß und Offenheit wuchsen, wie z.B. viele ostasiatische Länder. Und man kann diese Komponente durchaus mit kulturellen und religiösen Prägungen verbinden, die den Fortschritt fördern oder behindern...


      ZITAT: " Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, .....werden zu verstärkten Polizeikontrollen nach ethnischen Merkmalen, mehr auseinandergerissenen Familien und unnötigem Leid führen"
      --> Hier wird es schon hanebüchen. Wenn Menschen woanders hinwandern, sind sie es, die wandern und Einlass gewährt bekamen. Dass ihre Familie ihnen nicht folgt, wurde von ihnen anfangs hingenommen, war ihnen auch egal.. Keineswegs besteht aber das Recht, dass, sofern einer wanderte, andere auch nachwandern dürfen...Man könnte bei solchen engen Familienverhältnissen ja auch wieder zurückkehren, wenn man solche Sehnsüchte hat und es nicht aushält....Ich glaube allerdings, solche Familienverhältnisse dienen nur als Argumentationsgrundlage, denn niemals geht es darum an irgendeinem Ort wieder zusammen zu sein, sondern nur am neuen Zielort, am gelobten Ort, wo die Familie hinwandern soll, nachwandern soll. Es ist also ein zielgesteuertes Argument, kein emotional belastetes.....die Emotionalisierung dient nur dazu, Druck zu erzeugen, den Nachzug zu erlauben.
      Also, wenn angeblich die Familie so viel Leid erlebt, wenn auseinandergerissen und dies in den meisten Fällen ja freiwillig geschieht(man will einfach woanders leben), dann könnte man doch auch im Heimatland bleiben...Wäre dies ein Recht, dann dürfte eine Gesellschaft niemanden aufnehmen, weil die Gefahr besteht, dass 20 und mehr Nachzügler sich auf den Einzelfall berufen, um ihm nachzuwandern...
      Das Familienargument baut zudem auf Strukturen auf, die nur in streng patriarchalischen Familien noch existieren(so eine Art Clanbewusstsein), deren Auswanderung schafft nur Konflikte im neuen Land hinsichtlich Integration, und es baut auf Strukturen, die ansonsten in sich immer neu definierenden Familienkonstellationen mit Scheidungen und neuen Ehepartnern keinen Belang haben. Wer irgendwohin wandert, nimmt bewusst die Trennung an und akzeptiert sie, so war im Übrigen immer Auswanderung. Man verließ den größten Teil des Alten und schuf sich Neues.


      ZITAT: "Als täuferische Christen sind wir schon lange der Überzeugung, dass der Staat die Religionsfreiheit aller Menschen schützen muss, nicht nur die der Christen."

      Interessant wird es immer, wenn religiöse Gruppen von Toleranz reden, sie aber selbst innerhalb ihrer Gruppe nicht gewähren oder dabei gerne Abstriche machen. Das gilt besonders für Freikirchen, auch liberale Mennoniten, die letztlich in den USA nur sich halten durch liberalisierte Zugänge aus konservativen Kreisen.
      Man ist zwar nach außen sehr liberal, aber man dürfte auch nicht zu tief nachbohren, wie man denn in der Gemeinde selbst mit kritischen Leuten und Fragestellungen umgeht. Es gibt in der mennonitischen Gemeinschaft genug Anhaltspunkte, wo man wenig Toleranz zeigte, sei es, je konservativer in materiellen Überbetonungen(aus solchen Kreisen kommen die meisten Personen, die die liberalen Gemeindezahlen halten), die Heilscharakter bekamen, sei es im fragwürdigen friedenspolitischen Einsatz, wobei die Feindesseite so klar definiert wurde, dass man sich, wie auch hier wieder(Trump= böse, sehr einfach...weint man Hillary noch nach? Und wäre man mit ihr genauso ins Gefecht gegangen?), genug Hasspotenzial bildet, gegen wen man agiert. Dieser Antitrumpismus hat teilweise schon Hasscharakter. Dabei ist ja nicht einmal etwas dagegen gesagt, dass dieser Mann selbst genug reizt, aber um den hasserfüllten Umgang ihm gegenüber geht es. Er ist das neue Feindbild, oder wie? Und ist dann alles erlaubt, wenn er das Feindbild ist?

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    • Und gibt es innermennonitisch nicht selbst genug Feindbilder? Dass z.B. der abermals sich scheidenden Frau, die sich wiederverheirateten will, dass der abtreibenden Frau, die eine Mörderin genannt wird, dass des homosexuellen Sohnes, der keineswegs Pastor werden darf oder nicht getauft werden darf(bibeltreu ja, humanistisch nein) oder in eine evangelikale Gebetsheilungsgruppe gesteckt wird, dass des in wilder Ehe lebenden jungen Paares(bibeltreu in Sünde, humanistisch einfach normaler Zeitgeist), dass des Hippie-Paares, welches nicht in den Kleidungsrahmen passt, dass des Trump-Anhängers, der nicht die kalte Karrierefrau, die wohl eher noch Kriegstreiberin wäre, wählte und nun als Verräter am Guten gilt, dass des billigen Hispanics in den USA, der auch auf mennonitischen Farmen billig zur Ernte herbeigezogen wird, aber bei dem man knauserig ist, viel zu bezahlen...Ich habe mal paar liberale mennonitische Streitthemen herbeigezogen. So astrein ist man selbst also nicht in seinem menschenfreundlichen Positionen, innerhalb der Großkirchen gibt es lokal genug Scheinheiligkeit und Aburteilung Anderer, des Fremden, sogar des Gemeindegliedes. Aber dieses "Wir lösen Weltprobleme" ist ein gutes Ventil, um abzulenken, was innerhalb der Gemeinden schon von Anfang an immer das Problem war: die wahre Liebe der Gläubigen untereinander, die gar nicht bestand und besteht. Wie soll sie auch wachsen, wenn nur der Sonntag zum guten Benehmen oftmals dient, wochentags man durchaus egoistischer Geschäftsmann sein darf....und niemand dies in der Gemeinde ankreidet, weil man gut damit lebt.

      ZITAT: "Wir wenden uns nachdrücklich gegen jede Diskriminierung von Flüchtlingen, auch gegen Diskriminierung aufgrund von Religion oder Nationalität. Unsere Nation muss die Tür für alle Menschen offenhalten, die in Not sind und verfolgt werden."
      --> Zuerst muss definiert werden, was Diskriminierung ist und was nicht.....Es gibt Eigenarten bei Völker und Religionen, die nur Ärger woanders und mit anderen verursachen, so ist es wohl nicht diskrimierend, darauf hinzuweisen und dieses abstellen zu wollen....Wenn jemand in einer Runde hineinkommt, um zu streiten, so sind nicht diejenigen, die dieses ansprechen, die Bösen, sondern noch immer der Ursacheherd ist es...Das Wort "das ist Diskriminierung" wird viel zu leicht verwendet, um die eigene Position unangreifbar zu machen und jeden Nachfrager, mundtot zu halten....
      Und: Wer spricht denn gegen das Helfen von Menschen in Not? Es geht darum, was ist wirkliche Not und was nicht...Nur, weil in vielen Erdteilen Menschen ärmer, aber nicht lebensdrohter leben als wir, heißt es nicht, dass jene ein Zugangsrecht per se haben, hinzuwandern, wo sie wollen.. Not ist etwas anderes, als nicht so reich zu sein wie der Nachbar, ein anderes Land usw.. Es muss wirkliche Not herrschen. Leute, die mit neuesten Handys nach Europa kommen, sind wohl kaum in existentieller Not, besonders nicht, wenn dies junge Männer sind, die ihre Familien alleine ließen, Frauen und Schwestern hilflos in der Not ließen, selbst aber als kräftigere Männer weglaufen mussten....Hier stimmt etwas schon logisch nicht, denn das schwächste Element in einer umkämpften Gesellschaft wären Frauen und Kinder und nicht wehrfähige, leicht aggressive Männer...Man kann auch nicht logisch vor Not fliehen, um später andere Daheimgebliebene, und dann noch die schwächsten Personen, mal nachzuholen,...entweder ist Not wirklich da oder vorgeschoben...wäre sie da, müsste man akut fliehen und kann nicht zu Hause bleiben....dann ist die Situation wohl doch nicht so notgedrungen. Wie kann ein Teil, der stärkste, behaupten, er fliehe vor unhaltbaren Zuständen, während die schwächsten diesen Zustand ertragen können?

      Das Argument mit Not ist also erst einmal zu untersuchen und nicht per se leichtfertig zu verwenden. Ein Hungernder kann kaum aus dem Raum wegfliehen, wenn er schon stark unter Hunger leidet, usw. usw.....Wenn Not schon heißen soll, man habe nicht den Wohlstand wie andere, auf anderen Erdteilen, dann gibt es ja keine Grenzen zur Ausnutzerei. Und so wird ja auch argumentiert, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen.
      Noch viel strenger muss der Begriff verwendet werden, wenn es heisst, jemand sei verfolgt. Es muss auch wirklich jemand hinter einem sein, einem das Schlechte wollen. Theoretisch würde dies ja bedeuten, dass Straftäter ebenso sich darauf berufen könnten, was im gewissen Sinne ja auch geschieht, wenn Islamisten in europäischen Ländern Zuflucht finden, die von "Demokraten" im Heimatland strafrechtlich verfolgt wurden...so wie z.B. der Iman, der in Dänemark Zuflucht fand, dann nach Hause über die Jyllands Posten Karikaturen des Herrn Westergaard meldete und hetzte.....welche Dankbarkeit und welches offenes Denken offenbarte sich da. In Europa gewährt man also auch Asyl potentiellen Massenmördern...Hetzern und total Intoleranten.

      Interessant ist jedesmal, dass bei diesen "Wir fordern" Begriffe nie so geklärt sind, dass man erfährt, wer denn mal nicht in Not sei (will man die ganze Menschheit aufnehmen?), was Diskrimierung genau sei(außer den Begriff zu nennen, ohne zu fuellen) usw.

      ZITAT: "Das MCC wird auch weiterhin dringend benötigte Hilfen für Zuwanderer wie beispielsweise Unterstützung bei der Beschaffung von Papieren, Hilfe für asylsuchende Familien und Aufklärung von Betroffenen über ihre Rechte anbieten. "
      --> Hier findet schon fast eine staatsfeindliche Politik statt. Man vermittelt also Rechtsanwälte usw. die helfen, Einspruch gegen Entscheidungen zu treffen, man treibt also Leute dazu, zu klagen und klärt nur über Widerspruchsrechte auf?......Klärt man auch über Staatsbürgerpflichten auf? Leitet man auch Kurse wie "Solches Denken musst du überwinden?"

      Was ist mit dem Akzeptieren staatlicher Entscheidungen, wenn ein Asylgesuch abgelehnt wurde? Unterlässt man die Hilfe, wenn man innerlich weiß, dass derjenige nicht berechtigt ist, sogar betruegt, oder fördert man das Verschwenden von Geld auf staatlicher Seite, sich abermals mit dem gleichen Fall zu beschäftigen uind jener dann monatelang alimentiert wird?
      Das wäre dann nach christlicher Ethik schon verlogen und betrügerisch.
      Es ist schon seltsam, wie viele davon leben, dass sie für seltsames Klientel alle Rechtshebel in Bewegung setzen und dabei mutwillig Steuern verschwenden.
      Auch in Amerika lebt man nicht in einer Diktatur, sondern solche Asyl-Entscheidungen finden wohl unter guten Begründungen statt und dann will man jene nicht akzeptieren. Man will also gegen die Regierung handeln, obwohl jene keinen Gottesgeboten widersprach oder dagegen handelte, man will also Römer 13 absichtlich nicht befolgen und beruft sich Christ zu sein, weil es ins ideologische Konstrukt nicht passt. Widerstand um des Widerstandes willen, weil man es sich in einer Demokratie als Querulant erlauben kann? Das Querulantengespiele ist leicht in einer Demokratie, wo die demokratischen Institutionen reagieren muessen und man nicht verfolgt werden kann. Diese nach außen getragene U-Boot-Moral ist sehr scheinheilig. Sie ist wohl der Rest jeglicher Moral, die man im 20. Jhdt. auch in den Diktaturen als Mennonit nicht zeigte...da blieb man ganz unter Wasser.

      Die Frage ist eher, ob es nicht legitim ist, wenn ein Gesetz bestimmte Einwanderer aus bestimmten Ländern verbietet? Kann man nicht generell festlegen, dass auch diesen und jenen Ländern keine Asylanten kommen können, weil es von dorther keine Asylgründe gibt? Warum nicht?
      Amerika kann ebenso Länder definieren, woher es keine Flüchtlinge will und es ist ja auch unwahrscheinlich, dass jene erst von Land zu Land wandern müssen, um nur nach Amerika oder wie zuletzt bei uns nach Deutschland zu gelangen. Im bundesdeutschen Passus wurden jene als "sichere Herkunftsländer" genannt. Jene gibt es, von daher muss niemand kommen und kann niemand kommen, mit einer Luege, er sei verfolgt. Es passt ja auch nicht, wenn gerade in solche Länder Reisen der eigenen Landsleute im Ausland immer zu Ferienzeiten masssenhaft stattfinden, gleichzeitig aber angeblich dort so schlimm verfolgt wird, dass man fliehen muss...

      Der passende Verweis auf Bibelzitate, die die eigene Position ergänzen sollen, findet hier so statt, dass anderes beiseite gelassen wird. Z.B. soll man mit den Ungläubigen nicht am selben Joch ziehen usw..jenes könnte man auch zitieren, statt nur der Fremdengastfreundlichkeit....im Übrigen: ist damit kein dauerhaftes Eindringen gemeint, sondern ein Gast, der auch mal wieder geht.

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    • Ja, dieses Sich-Herauspicken der gerade passenden Bibelverse, das finde ich auch ärgerlich. Entweder man ist wirklich buchstabengläubig und nimmt alles gleichmäßig als autoritativ an, was in der Bibel steht. Oder man macht es wie die Quäker und orientiert sich auf eine persönliche Haltung, von der aus man dann darüber verfügt, wie ernst man den einzelnen Bibeltext jeweils zu nehmen braucht - aber dann darf man auch keine Autorität beanspruchen.

      In der Sache ist es doch so: Die meisten Menschen wünschen sich beides. Sie wollen überall anderswo dazugehören; aber sie wollen auch "bei sich" einen Platz haben, wo sie unter sich bleiben können - wo sie sich nicht gegenüber anderen erklären, rechtfertigen, von ihnen anfeinden lassen oder mit ihnen in Wettbewerb treten müssen.
      Deshalb ist es so unsinnig, eine der Seiten - die der "Fremdlinge" - absolut zu setzen. Sondern man muss zwischen beiden Wünschen einen Ausgleich finden. Ich möchte etwas Privatheit für mich haben - darum gestehe ich auch anderen ein Recht auf Privatheit zu und akzeptiere es, dass ich nicht überall hin- und dazugehöre.
      Ich illustriere mein Konzept immer mit "Häuser und Straßen". Niemand möchte in einer Welt leben, wo Privathaus sich an Privathaus reiht, wo es keine Straßen und öffentlichen Plätze gibt und wo man nirgendwo durchkommt, ohne den Hausbesitzer um Erlaubnis zu bitten. Aber es möchte auch niemand in einer Welt leben, die nur aus Straßen besteht - wo ich jede Nacht aufs neue mit anderen darum konkurrieren muss, ob ich an dieser Straßenecke übernachten kann. Sondern eine gute Welt ist aus privaten und öffentlichen Räumen gemischt.
    • Was das "Bild vom Zuwanderer" betrifft: es gibt keine christliche Pflicht zum prinzipiellen Optimismus, zum blinden Vertrauen in andere Menschen oder überhaupt zum blinden Vertrauen in die diesseitige Welt. Wenn wir der diesseitigen Welt blind vertrauen würden - wozu hätten wir denn dann überhaupt unser Vertrauen in den jenseitigen Christus gesetzt und in die Wohnungen, die er für uns jenseits des Todes schaffen will?
    • Und weil niemand das Fremde grundsätzlich abwehrt (im Grunde sind Menschen neugierig auf Fremdes, wenn es sie nicht gefährdet), sondern nur das Fremde heraushalten will, welches gefährlich werden kann, darum haben wir nicht nur um der Privatheit willen Zäune und Haustüren, sondern auch aus Erfahrung, dass es anders nicht geht....Staaten haben deshalb Einreisebegrenzungen, weil es anders nicht geht, es wird darüber diskutiert, wen man reinlassen kann ohne Bedenken und bei wem man eher aufpassen muss.. Der eine nennt es bis zum Grabe Vorurteile anderer, verurteilt jene und ändert doch nichts an konkreten Gefahrensituationen, muss später zurückrudern, wenn wieder Schlimmes passiert und ist wieder rotzfrech, wenn Monate vergangen sind(ich denke an den letzten Fall einer Grünen, die mit racial profiling kam wegen der Polizeiuntersuchungen zu Silvester 2016/7...jene hielt ihr Mundwerk noch am 1,-10.1.2016 just nach Vorkommnissen, da gebot es sich wohl, kleinlaut zu bleiben, bis man wieder die alten Positioonen herausposaunen wollte), der andere nennt es Erfahrungswerte, die solche Urteile bedingten und solches Handeln bedingten...

      Tatsache ist, dass menschliches Zusammenleben immer Maßnahmen zum Schutze braucht, auch harte Anwendung von Gesetzen andere abzuhalten, zu viel Schlimmes zu tun... In diesem "Wir, die westliche Welt=böse", "Jene, die anderen= die Ausgenutzten= die Guten", sind Gedankenkonstrukte enthalten, die so einfach nicht mehr herhalten können, sie stammen aus einer vor Jahrzehnten obwiegenden Ansicht, haben sich verfestigt, nur sind sie analytisch gesehen, keineswegs wahr...Vielmehr ist das Böse immer und überall und ebenso das Gute immer und überall. Bei dem obigen MCC-Geschreibe sind solche Gedankenkonstrukte von grundsätzlich gut und böse direkt auf bestimmte Seiten bezogen worden, besonders bewusst an den Vorwegnahmen, was es auf der Flüchtlingsseite nicht geben darf: Verlogenheit, Ausnutzung, Anpassungsunwillen, Schnorrertum usw. Da wird von guten Charakteren grundsätzlich ausgegangen, das Beispiel Köln 2015/6 zeigte wohl etwas anderes, wer kam....aber schon in jedem Flüchtlingsheim konnte man anderes vorab erleben oder hätte es nachlesen können(und man kann auch nachlesen, wer solche Nachrichten lieber nur kurz vermeldete, und stattdessen vom totalen Massenintegrationswillen sprach, den man erstmal wirklich suchen muss..), wenn man bedenkt, dass christliche Flüchtlinge vor muslimischen Flüchtlingen ihren Glauben verbergen sollten, dazu angewiesen wurden, dies in Deutschland auch zu unterlassen, weil jene so intolerant reagieren würden...Wohlgemerkt: Es waren Leute, die mit der Vorgabe kamen, sie seien verfolgt und verhielten sich sogleich so in dem neuen Land...

      Für geregelte Einwanderung gibt es Gesetze und Bedingtheiten, z.B. auch das Recht, zu bestimmen, wen man brauchen kann, eine Sozialzuwanderung braucht niemand....Übrigens auch biblisch: Wer nicht arbeiten will, soll nicht essen!....ansonsten gibt es kein Zugangsrecht in die Bereiche anderer durch Zwang oder sonstiges, Anarchie wäre sonst gegeben...letztlich keinerlei Schutz des Privaten.

      Urmennonitisch, eigentlich christlich ist es zudem, die Welt als Jammertal zu sehen, durch welches man hindurch muss, sich nicht der bösen Welt gleichzustellen, in der Welt leben zu müssen, aber nicht Teil dieser zu sein....dabei ist Welt immer als böse verstanden, nicht als Zusammenleben nur guter Menschen, sondern voin Menschen, die Böses wollen usw. Die Welt liegt danach in den Klauen des Teufels, der die Menschen verführen will und sie zu Schlechten hinverführt....die Gemeinde ist dann so etwas wie ein Schutzraum, ein Reparaturbetrieb, ein Warnungszentrum gegen die Verführung...und verspricht das Heil denjenigen, die sich nicht verführen lassen.
      Das kommt übrigens neutestamentlichem Gedankengut auch näher. Zuwanderung aus Egoismus und unter falschem Vorschein, ist daher nicht verwunderlich, sie mischt sich mit wahren Verfolgten, die aber wohl momentan wirklich Minderheit sind. In diesem Sinne ist eine pessimistische Weltsicht biblischer, himmelsbezogener(das Heil im Jenseits, das Jammern im Diesseits) und auch realistischer.


      Ich glaube, wenn Mennoniten wirklich Gehör finden wollen, dann bitte durch eine reflektierte Sicht- und Betrachtungsweise. Ideologische Grundpositionen, die trotz Unsinns und ihres mangelnden Wahrheitsgehaltes weiterzubestehen haben, z.B. "es gibt keine Flucht mit Verlogenheit gepaart, sondern nur ehrliche Menschen, die flüchten", und sonstiges Naives, welches in den obigen MCC-Sätzen deutlich wird, bringen nicht weiter...sie sind letzlich wertlos, weil es gar nicht ums Diskutieren geht, sie basieren auf Grundlügen, die man durchhalten will, wider besseres Wissens. Man kann nicht diskutieren, wenn die Ergebnisse vorneweg schon bestimmt sind und auch so sein sollen.

      Lustig finde ich es, wenn gerade in mennonitischen Gebieten, egal, welche Ausrichtung dort besteht, Republikaner mehrheitlich gewählt werden. Auf diese religiösen Kreise konnten sich die Republikaner immer verlassen...So ist Präsident Bush Sr.noch seinerzeit extra nach Lancaster County gereist und hat altmennonitische Bischöfe getroffen, um sie zum Wahlentscheid zu überzeugen....er musste nicht viel dafür tun, die Demokraten galten damals als jene Bösen, die den Kommunismus nur durch die Krankenversicherung einführen wollten. Daher ist es schon seltsam, wenn man nun gegen Trump ist, den man letztlich durch die selbst gewählten Wahlmänner mitwählte, wenn auch nicht ausschlaggebend wohl, aber immer mehrheitlich eher die Republikaner als die Demokraten als Mennoniten unterstützt. Man kann sich also eigentlich nicht nun gegen Trump verhalten, wenn die eigene Gruppe seine Gruppierung mit oft ultrarechten Ansichten bevorzugte und jene Positionen oft gut findet...oder ist man so naiv und setzt Abtreibungsverbote und Verbot der Homoehe bewusst obenan, wenn auf der Welt andere Probleme vorrangig zu lösen sind. Es ist natuerlich bewusstes politische Kalkül die Massen von wirklichen Lösungsproblemem abzulenken, indem man eine Mücke zu einem Elefanten macht, während ein ganzer Moskitoschwarm schon aus der übrigen Welt angeflogen kommt! Das scheint manchmal bei Amerikanern wirklich so zu sein, funktioniert hier aber auch gut(man denke dran, wo sind die Nachrichten über Griechenland seit Monaten? Davon hört man wenig, aber die Problemlage ist doch noch gegeben)...
      So bigott, wie das Handeln, so bigott oft auch die politische Einstellung...
    • Plattdeutscher,
      ich denke, es gibt bei den amerikanischen Mennoniten eigentlich keinen Selbstwiderspruch, sondern eine sehr starke Klassenspaltung. Die Kleinbauern, Kleinbürger und Arbeiter sind nach wie vor konservativ. Die Medien werden aber fast völlig von Pastoren und Professoren geschrieben, die durch ihre College-Erziehung geprägt sind, sich nach außen - an den nichtmennonitischen Colleges - oientieren und ein starkes quasi-missionarisches Gefühl haben, sie müssten das Publikum auch auf die Höhe ihrer College-Bildung bringen.
    • Selbstwiderspruch würde ich in dem Sinne konstatieren, wo man sich immer noch Mennonit "schimpft", aber weder Grundlagenwerke des Schreibers, seine Radikalität usw. wirklich liest oder zurate zieht, sondern sich nur auf diese Reste wie "Friede, Freude, Eierkuchen für die ganze Welt, aber ohne konkretisierte wirklichkeitsnahe Lösungsvorschläge" beruft.
      Das kann man natürlich auch jeder anderen Konfession zuschreiben, die ihre Gründer letztlich verleugnet, in dem Sinne, was jene lehrten, aber den Namen beibehalten wollen...man könnte es auch Entwicklung nennen, aber wenn die Entwicklung sich entfremdet von den eigenen Grundlagen, dann kann man auch so ehrlich sein und sich anders bezeichnen...davon gibt es Beispiele, z.B. die Amisch-Mennoniten-Gemeinden, die nach Jahrzehnten das "Amish strichen, das "Mennonite" aber beibehielten, "Amish" klang ihnen dann doch wohl zu konservativ oder restriktiv.

      Argumentiert wird gerne, man sei biblischer geworden, also hinge nicht an Personen, nun, zu passender Gelegenheit wird dann aber auf zietgemäß passende Aspekte dieser Personen doch wieder hingewiesen, wie z.B. diese Wehrlosigkeitsaspekte, anderes bewusst herausgelassen, wie z.B. Menno Simons strikte Meidungslehre usw. Und der Hinweis auf "biblischer sein", hat zumeist nur den Charakter, dass Jesus alle liebt und von niemanden viel verlangt, man könne also weiterleben wie immer....nur das ist dann eindeutig unbiblisch, weil Jesus schon radikal war, z.B. die Bergpredist ja inhaltlich und bedeutungsmäßig sogar noch das alte Gesetz verschärfend, nicht verharmlosend.

      Oft kommen z.B. Stränge auch zusammen oder werden bewusst weggelassen, die zum eigenen Werdegang gehören oder einfach von anderen usurpiert, z.B. verweisen Baptisten hier auf Balthasar Hubmaier, die Schwertlergruppe der Wiedertäufer....um wohl 1. einen Strang zur Reformation geschichtswidrig von der eigenen Gruppe zu ziehen (Baptisten in Deutschen= Onckengruppe aus England inspiriert und gefördert, nicht aus der deutschen Reformation stammend) und 2. ihre eigene Wehrhaftigkeit zu rechtfertigen. Mennoniten verweisen nicht auf Balthasar Hubmaier, wohl wegen des obrigkeitlichen Elements, sie verweisen auch gerne auf die Exzesse in Münster als totale Ausnahme...dann kommt Menno als quasi Retter und jener Retter wird nur heute von den Liberalen so wahrgenommen, dass er wehrlos war....alles andere Strenge wird bewusst weggelassen.
      Und bei der Wehrlosigkeit ist man dann noch so wenig stringent, dass man nur abrät, Wehrdienst zu leisten, aber gemeindeseits nichts durchzusetzen versucht oder Zuwiderhandlung straft, also jemanden, der bewusst in die zum Töten erziehende Armee eintritt, bannt. Da hat sich das Mennonitentum zum Guck-weg-Club entwickelt, welches die Handhabe scheut, die es historisch aber anwendete. Das Letztere, den Bann, gibt es liberalmennonitisch gar nicht mehr, wenn überhaupt, dann für trivialere Punkte.
      Über das Christensein eines Soldatentums hat sich das Mennonitentum auch wenig oder letztlich gar keine Gedanken gemacht, wenn man es mal so betrachtet, denn Römer 13 erlaubt ja das Schwertführen und -anwenden, Mennoniten haben hier ursprünglich sich total entzogen. Also, das eine war die Strafung eines sich in den Obrigkeitsdienst Stellenden, das andere das Nichtdurchdenken, wer denn diese Welt führe, wenn Gott diese Ordnung so gewollt habe...die leichteste Lösung war dann, alles sei vom Bösen beeinflusst, udn so hielt man sich fern( "Habt nicht lieb die Welt..."). Durchdacht ist es auch heute noch nicht, weil man, sofern man diese Friedlichkeit mit einer urchristlichen Naherwartung der Wiederkunft verbindet, man nach 2000 Jahren wohl davon ausgehen muss, dass in der ganzen Zwischenzeit ja nicht nur Unchristen die von Gott gestellte Obrigkeit stellten und man durchaus auch Teilhabe erlauben könnte, um eben die Guten zu schützen.

      Dass sich Mennonitentum, wo es gesellschaftlich mehr Macht hatte, durchaus intolerant und auch unchristlich nach den eigenen Maßgaben zeigen konnte, wird bewusst nicht untersucht oder besser gesagt, so marginal bewertet, dass man doch Gemeindegeschichtsschreibung immer positiv als Ergebnis erzielt.
      Das menschliche Element des Egoismus und der Scheinheiligkeit wird weggelassen, hat es aber durchaus mehrfach schon in der Geschichte gegeben. Die Mennoniten in Russland waren z.B. eher die ausbeuterischen Gutsherren gegenüber ihren russischen Arbeitern als liebe Arbeitgeber(da liegt es nahe auf den Gedanken zu kommen, die Ungläubigen könne man eher ausbeuten, Zurückhaltung gelte nur für die eigenen Leute und solche Handhabungen gibt es durchaus heute noch, in den ganzen Gemeinschaften, die sehr clannish sind). Als im Bürgerkrieg Russlands und in der Ukraine, die Bauernhöfe abbrannten, der Reichtum in Gefahr stand, griff man zum Selbstschutz gegen die Machno-Banden..also so innewohnend sind charakterliches und gemeindliches Bessersein doch nicht, gerade in solchen Situatione versagte der Anspruch, den man gegen andere erhob, biblischer und wehrloser zu sein. Man wollte eben doch das behalten, was man aufgebaut hatte....menschlich verständlich, aber bei dem eigenen Anspruch an andere dann doch sehr erdgewandt statt himmelsgewandt.
      Ich will dabei gar nicht, unverständlich klingen: Wer viel hat, will eben wenig abgeben und als Arbeitgeber will man wenig zahlen und die Arbeitnehmer eher ausnützen, damit man viel behält und gut lebt....wer dann jeweils auf welcher Seite ist, der handelt dann auch situationsbezogen oft anders, als er es vorher sagte...genauso wie es um die Angst geht, alles zu verlieren, wenn man sich nicht wehrt...Nur predigte man vorher Gewaltlosigkeit und man predigte von einer Gemeinschaft, die nicht durch Ausnutzung gekennzeichnet sein soll...Und warf all dieses gerne den anderen Gruppierungen vor (neben Kindertaufe usw.). Man predigt auch, das Ziel solle der Himmel sein, hier sei es nur eine kurze Verweilzeit, eben eine Jammerzeit mit Leid und als wahres Leid wirklich kam, versagte man.
      Das gilt im Übrigen dann auch in der Zeit des Dritten Reiches....Vom tradierten Willen, die Nachkommen von Verfolgten und auf den Scheiterhaufen verbrannter Leute zu sein, die bis in den Tod gingen, und leiden wollten, war nicht mehr viel übrig. Es ist eben immer so: Man kann viel reden, wie gewaltlos man sei, kommt eine wirkliche Krisensituation fällt die Masse um und macht mit statt Widerstand zu leisten. Grundsätze sind also praktisch in Friedenszeiten, da kann man sie hochhalten in arrogantester Weise, bewahrheiten tun sie sich nur in der Not und diese Not war eine Sache der Vergangenheit zumeist.
      Alles menschlich verständlich(wer weiß, wie man selbst handelte....da großspurig zu sagen, man sei Widerständler ist nichts wert), aber theologisch wurde das später dann doch eher verheimlicht und abgewälzt(die Großkirchen und andere Freikirchen handelten nicht besser, man kann es bis heute teilweise daran sehen, wie offen ihre Archive eben nicht ohne Kontrolle dessen sind, was man zeigen will)...und mit der Friedenstheologie, die nur in sicheren Gefilden wieder geäußert wird, beginnt dann wieder das gleiche Spiel von vorne...es muss sich ja nie bewahrheiten, die Gefahr besteht ja kaum.

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    • Fortsetzung nach Erweiterung:

      Wahrscheinlich ist diese Friedenstheologie eine Art Identitätsstiftungsversuch, etwas Besonderes darzustellen, wo alles sonst Besondere von früher schon weggefallen ist und nicht mehr beachtet werden soll....das würde ja auch eine zu strenge Lebensführung bedeuten, zu der man unwillig ist....an den Entwicklungen der Kappen bei den Frauen und dem Verlust jeglicher Kleidungsregeln kann man dies besonders gut illustrieren, ein Beanie war dann oftmals das letzte Stueck einer Art Bedeckung, die schon zum Lachen war...bis die Haare ganz offen wurden. Anhand der Autofarbe usw. kann man dies ebenfalls sehen. usw.usw. Gemeindlich die Lebensführungskontrolle immer unkontrollierter, nach außen hin aber immer mehr vom Pazifismus redend.

      Und gleichzeitig besteht ein Widerspruch, wen man überhaupt bewundert und nach was man strebt:
      Wenn man z.B. mennonitische Literatur liest, die sich mit den konservativen Gruppen beschäftigt, so, dies fällt besonders bei Kraybill, Donald auf, geht die Bewunderung für z.B. die Amish teils soweit, dass man sich fragt, wieso jener überhaupt noch Mennonit ist, wenn alles so toll und gut begründet sein soll, z.B. Meidung, Lebenstil, Spaltungen usw. Der Schreibstil mag auch daran liegen, dass man sich natuerlich nicht das Brot verderben will, wovon man jahrelang gut lebte, Institute gründet und ausbaute...das ganze Gebilde ist ja ein liberalmennonitisches Forschungsfeld über die konservativsten ihrer eigenn Strömung, welches größtenteils auch noch für den eigenen Nahbereich schreibt.
      Ruhig bleibt es dagegen eher, wenn es um Inzestfälle, Machtmissbrauch, Sektendefinitionen (es bleibt im freien Freikirchenbereich, niemals ganz deutlich in Kultischen) usw. geht...dann wird erst reagiert, wenn nichts mehr zu beschönigen ist. Über die Inzestfälle bei den Swartzentruber Amish bleibt Kraybill stumm, trotz mehrjähriger Haftstrafen wichtiger Personn dieser Gruppe, über die Bergholz Amish schrieb er ein Buch im Nachhinein, nur liest man in "The Amish", dem letzten seiner großen Werke nichts über sektenhafte Gefahrenpotenziale, die es gibt, Indoktrination usw., z.B. nichts über die frühere Lael Gruppe usw. Es fehlt eine deutliche kapitellange kritische Betrachtung mit vielen Aspekten.
      Man äußert sich schnell zu der fiktiven Sendung "Amish Mafia", aber geht nicht darauf ein, dass es sehr wohl örtliche starke Einflussfaktoren gibt, die von massiver gegenseitiger Beeinflussung und Bevorzugung gekennzeichnet sind, z.B. im Anbetracht des Tourismusgeschäfts eher mal ein Auge zuzudrücken, wenn es um Verstöße geht.

      In den Literaturlisten fehlen dann auch auffallend kritische Werke, die es von Ex-Amish usw. gibt. Ausgewogen würde ich das nicht bezeichnen, das Problem wird aber weiterexistieren, weil die Schreibung im eigenen Bereich bleibt und sich außen keine Forschungseinrichtungen nichtmennonitischer Art etablieren, dort hat sich eher eine Liebesroman-Verkitschungsliteratur gut etabliert, z.B. die Beverly Lewis Romane und sonstige.
      Das Skurrile ist dann das Oberlehrerhafte dieser Liberalmennoniten-Professoren, welche vermitteln wollen und so viel Verständnis zeigen, dass die konservativsten Gruppen irgendwie ein besseres Weltbild vorleben und sogar Vorbild seien, als wir alle zusammen es leben wollen. Die Frage ist nur, wieso man dann nicht auch endlich selbst so lebt, wenn es so sein sollte...sich z.B. einer Gemeinde anschließt, die eben auch sozial meidet und für das eigenen Leben explizite Regeln bis in Details vorschreibt.

      Wir sind hier aber nun zu weit nun vom Thema oben weg.