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Von den Täufern und Dietrich Bonhoeffer lernen

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      EISENACH – Einladung zum Heidelberger Gespräch, diesmal in Eisenach, zum Thema „Reformation und Widerstand“ am 4.und 5.4.2017, in der Jugendbildungsstätte-Junker-Jörg, Hainweg 33, 99817 Eisenach.

      Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) ist eine renommierte Adresse der Friedensforschung. Einmal im Jahr treffen sich an ihrem Sitz oberhalb des Heidelberger Schlosses Friedenspraktiker und Friedensforscher zum Austausch. Das „Heidelberger Gespräch“ wird von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und FEST gemeinsam getragen. Mit dabei auch Christliche Dienste und Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee. Im Reformationsjahr 2017 triff man sich ausnahmsweise nicht in Heidelberg, sondern unterhalb der Wartburg in der Eisenacher Jugendbildungsstätte-Junker-Jörg. Erstmals nicht in Heidelberg geht es um das Thema „Reformation und Widerstand“.

      „War Martin Luther nur der ‚Fürstenknecht’, wie ihn Thomas Müntzer während der Bauernkriege beschimpfte? Oder gibt es bei ihm doch auch Impulse zum Widerstand?“ so fragt die Einladung. Immerhin sei Luthers Protest gegen den Ablasshandel eine Aktion des Widerstandes gewesen – zunächst gegen den Papst, doch dann hätten sich auch der Kaiser und die staatliche Ordnung herausgefordert gesehen. Die Täuferbewegung sei sogar im doppelten Widerstand gewesen – gegen die alte kirchliche und staatliche Ordnung, sowie gegen die neuen reformatorischen Strukturen. Zunächst wird die Tagung mit Wolfgang Krauß in einer historischen Stadtführung unterwegs sein. Das Thema „Nachfolge Jesu als Widerstand: Spuren einer geschwisterlichen Kirche in Eisenach“ verbindet heutige Fragen der Gewaltfreiheit mit theologischen Impulsen der radikalen Reformation. Horst Scheffler, Vorsitzender der AGDF, fragt, was von Dietrich Bonhoeffer zu lernen sei. Rechtsanwalt Ullrich Hahn referiert zum Thema „Recht auf Widerstand in Geschichte und Gegenwart“. Und schließlich geht es mit „Widerstand und ziviler Ungehorsam“ um Themen, die in der Entstehungsgeschichte einiger AGDF-Mitglieder eine entscheidende Rolle spielten. Etwa in den Sitzblockaden der Friedensinitiative Mutlangen oder auch im Widerstand der „KURVE Wustrow“ gegen ein atomares Endlager im Wendland

      Für Interessierte gibt es nach Abschluss der Tagung noch eine Exkursion zur Wartburg, bekannt als Zuflucht für Martin Luther, alias Junker Jörg, 1521. Weniger bekannt ist, dass der Täufer Fritz Erbe, acht Jahre dort im Verlies des Südturms eingesperrt war, bis er dort 1548 starb.

      Information und Anmeldung: Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V.
      Endenicher Str. 41, 53115 Bonn, 0228-24 999 20, agdf@friedensdienst.de, friedensdienst.de
      fest-heidelberg.de/index.php/veranstaltungen

      Quelle: http://www.mennonews.de/archiv/2017/02/03/von-den-taeufern-und-dietrich-bonhoeffer-lernen/
    • "Dienst am Frieden"? Mit der Beschwörung von "Widerstand" - was ja i.d.R. nichts anderes ist als Machtkampf - ist dem Frieden eigentlich nicht gedient.
      Und das Mennonitentum entstand erst dadurch, dass der "Widerstand" - der Münsterischen Täufer und der niederländischen "Batenburger" - aufgegeben wurde.
      Es muss hier einmal - gegen diese ewige Vereinnahmung durch die Linksprotestanten - festgehalten werden: Der in der Sache zentrale Problempunkt, über den man streiten muss, ist nicht die Wahl der Mittel (gewaltlos oder gewaltsam), sondern die Wahl des Ziels: Einseitige Selbstdurchsetzung? Oder wechselseitige Verständigung?